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Ellen Brown – Quergedacht: Wie ein bankrottes Deutschland seine Infrastrukturprobleme löste

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https://www.dz-g.ru/Ellen-Brown_Quergedacht_Wie-ein-bankrottes-Deutschland-seine-Infrastrukturprobleme-loeste

Quelle: August 9th, 2007 | Ellen Brown – THINKING OUTSIDE THE BOX: HOW A BANKRUPT GERMANY SOLVED ITS INFRASTRUCTURE PROBLEMS

Adolf Hitler in C. C. Veith „Citadels of Chaos“ (Meador 1949) – Dick Eastman: Hitler’s Monetary System

„Wir waren nicht so dumm, den Versuch zu wagen, unsere Währung mit Gold zu decken, das wir nicht hatten. Denn für jede ausgegebene Mark verlangten wir den Gegenwert von Arbeit oder Produkten. Wir lachen über die Zeiten, da unsere nationalen Bankiers glaubten, dass der Wert einer Währung durch Gold in den Tresoren der Staatsbank gedeckt werden müsse.“

Der kleine Inselstaat Guernsey war nicht der einzige, der sein eigenes Geld ausgab, um die Probleme in der Infrastruktur zu lösen. Ein viel berühmteres Modell dazu finden wir im Deutschland nach dem ersten Weltkrieg. Als Hitler an die Macht kam, war das Land absolut pleite und hoffnungslos überschuldet.

Die Versailler Verträge belegten das deutsche Volk mit erdrückenden Reparationslasten, indem es dazu gezwungen wurde, für alle im Krieg entstandenen Kosten aller Kriegsteilnehmer aufzukommen. Die zu zahlenden Kosten betrugen dreimal soviel, wie der Wert des gesamten Eigentums im Lande. Spekulationen mit der Deutschen Mark hatten diese zum Zusammenbruch gebracht und in eine der verheerendsten Hyperinflationen der modernen Geschichte gestürzt. Auf ihrem Höhepunkt kostete ein Brotlaib mehr als eine Schubkarre voll 100-Milliarden Mark-Noten.

Die Staatskasse war leer und unzählige Häuser und Höfe gingen an Banken und Spekulanten verloren. Viele Menschen lebten in armseligen Baracken und hungerten.

Nichts Vergleichbares war jemals zuvor geschehen: Die nationale Währung kollabierte total und mit ihr wurden Ersparnisse vieler Menschen ausgelöscht, ihre Geschäfte, und die Wirtschaft insgesamt. Und zu allem Übel kam am Ende des Jahrzehnts auch noch die große Depression. Deutschland hatte keine andere Wahl und musste sich schließlich in die Schuldknechtschaft der internationalen Geldverleiher ergeben.

Jedenfalls sah es danach aus! Als Hitler und die National-Sozialisten 1933 an die Macht kamen, machten sie einen Strich durch die Rechnung des Bankenkartells, indem sie ihr eigenes Geld druckten. Die Idee dazu nahmen sie bei Abraham Lincoln auf, der den Amerikanischen Bürgerkrieg mit von der Regierung ausgegebenem Papiergeld finanzierte: dem sogenannten „Greenback“.

Hitler begann sein nationales Kreditprogramm, indem er einen Plan für öffentliche Arbeiten entwarf; gefördert wurden Hochwasserschutz, Renovierung öffentlicher Gebäude und privater Häuser, bzw. Bau neuer Gebäude, Straßen, Brücken, Kanäle und Häfen. Die Grenze der so geplanten Ausgaben wurde auf eine Milliarde Mark der nationalen Währung festgelegt.

Eine Milliarde Mark nichtinflationärer Tauschscheine, genannt: Arbeits-Wertpapiere wurden dann zur Deckung dieser Kosten ausgegeben. Millionen von Menschen bekamen durch diese Projekte Arbeit und die Arbeiter wurden mit den Wertpapieren bezahlt.

Dieses vom Staat ausgegebene Geld war nicht goldgedeckt, aber es war gedeckt durch etwas von wirklichem Wert. Hitler sagte: „Für jede ausgegebene Mark verlangten wir den Gegenwert einer Mark in geleisteter Arbeit oder hergestellten Produkten“. Die Arbeiter konnten dieses Geld wieder für andere Produkte und Dienstleistungen ausgeben, was in der Folge mehr Arbeitsplätze für mehr Leute schaffte.

Innerhalb von zwei Jahren war das Arbeitslosenproblem gelöst und das Land war wieder auf seinen Füßen. Es hatte eine solide, stabile Währung, keine Schulden und keine Inflation – und das in einer Zeit, da Millionen und Abermillionen in den USA und anderen westlichen Staaten immer noch ohne Arbeit waren und von der Wohlfahrt leben mussten.

Deutschland gelang es sogar, den Außenhandel wiederherzustellen, obwohl ihm ausländische Kredite verweigert wurden und es sich einem Handelsboykott im Ausland gegenübersah.

Dies tat es mit einem Tauschsystem: Waren und Rohstoffe wurden direkt mit anderen Ländern getauscht und dabei die internationalen Banken umgangen. Dieses System des direkten Tausches funktionierte ohne Schulden und ohne Handelsdefizite. Deutschlands wirtschaftliches Experiment war, wie das von Lincoln, nur von kurzer Dauer und hinterließ dennoch Monumente seines Erfolges wie die weltweit berühmte erste Autobahn. {1}

Hjalmar Schacht, der damals Vositzender der Deutschen Zentralbank war, wird oft mit seinem gewitzten Kommentar zitiert, der den „deutschen Greenback“ kurz zusammenfasst:

Ein amerikanischer Banker meinte: „Dr. Schacht, Sie sollten nach Amerika kommen. Wir haben hier Unmengen an Geld und das ist echtes Banking.“ Schacht antwortete: „Sie sollten nach Berlin kommen. Wir haben hier kein Geld. Das ist echtes Banking.“ {2}

Auch wenn Hitler zu Recht ehrlos in die Schulbücher einging, war er zumindest für eine Weile im deutschen Volk äußerst beliebt. Stephan Zarlenga vermutet in „The Lost Science of Money“, dass dies darin begründet ist, dass er die Deutschen zeitweise vor der englischen Wirtschaftstheorie rettete – der Theorie, dass Geld gegen die Goldreserven eines privaten Bankenkartells geliehen werden muss, anstatt es direkt von der Regierung ausgeben zu lassen. {3}

Nach der Auffassung des Kanadiers Dr. Henry Makow könnte dies ein Hauptgrund gewesen sein, warum Hitler gestoppt werden musste: Er hatte die internationalen Banken umgangen und sein eigenes Geld hergestellt. Makow zitiert aus einer Befragung (1938) von C. G. Rakovsky, einem der Gründer des sowjetischen Bolschewismus und Vertrauter Trotzkis, der [als Trotzkist] später in der UdSSR unter Stalin in Schauprozessen verurteilt wurde.

Wie Rakovsky sagte, wäre Hitler ursprünglich über ihren Agenten Hjalmar Schacht von dem internationalen Bankenkartell finanziert worden, um Stalin kontrollieren zu können, nachdem dieser ihrem Agenten Trotzki die Macht entrissen hatte. Aber Hitler war zu einer noch größeren Gefahr geworden als Stalin, als er den kühnen Entschluss gefasst hatte, sein eigenes Geld zu drucken. Rakovsky schreibt:

„[Hitler] nahm für sich das Privileg der Geldherstellung in Anspruch. Und zwar nicht nur physische Gelder, sondern auch Finanzgelder. Er übernahm die bis dahin unberührte Fälschungsmaschinerie und setzte sie zum Wohle des Staates ein. (…) Sind Sie in der Lage, sich vorzustellen, was passiert wäre, wenn das andere Staaten angesteckt hätte? (…) Wenn Sie das fertigbringen, dann konnen Sie sich die konterrevolutionären Auswirkungen vorstellen.“ {4}

Der Ökonom Henry C K Liu schreibt über Deutschlands bemerkenswerte Veränderung:
„Die Nazis kamen im Jahr 1933 in Deutschland zu einer Zeit an die Macht, als die Wirtschaft im Zusammenbruch war mit ruinösen Kriegs-Reparationsverpflichtungen und keine Aussicht auf ausländische Investitionen oder Kredite hatte.

Aber durch eine unabhängige Geldpolitik der eigenständigen Kreditvergabe und öffentliche Arbeitsmaßnahmen mit Vollbeschäftigung war das dritte Reich in der Lage, das völlig bankrotte Deutschland, das [im Zuge von Versailles] seiner Kolonien beraubt war, die es hätte ausbeuten können, innerhalb von vier Jahren zur stärksten Wirtschaft in Europa zu machen – und das, bevor die Aufrüstung begann.“ {5}

In „Billions for the Bankers, Debts for the People“ (1984) kommentiert Sheldon Emry:
„Deutschland gab seit 1935 schuld- und zinsfreies Geld aus, wodurch es innerhalb von fünf Jahren aus der Zahlungsunfähigkeit wieder zur Weltmacht aufstieg. Deutschland finanzierte seine gesamte Regierung und alle Kriegsoperationen von 1935 bis 1945 ohne Gold und ohne Kredite, die gesamte kapitalistische und kommunistische Welt musste aufgeboten werden, die deutsche Macht über Europa zu zerstören und Europa wieder unter die Stiefel der Banken zu bringen. Diese Geschichte des Geldes taucht nicht in öffentlichen, d.h. staatlichen Schulbüchern auf.“

Ein anderer Blick auf die Weimarer Hyperinflation
Was in den heutigen Schulbüchern steht, ist die zerstörerische Hyperinflation von 1923 in der Weimarer Republik. Die radikale Entwertung der deutschen Mark wird in den Lehrbüchern als ein Beispiel herangezogen, was schiefgehen kann, wenn Regierungen selbst die uneingeschränkte Macht zum Gelddrucken erhalten.

So wird es wenigstens dargestellt. In der komplexen Wirtschaftswelt sind die Dinge aber nicht immer so, wie sie scheinen. Die Weimarer Finanzkrise begann mit den unbezahlbaren Reparationen, die durch den Versailler Vertrag auferlegt waren. Schacht, der Währungskommissar der Republik war, erklärte:

„Die Versailler Verträge sind ein ausgeklügeltes Modell zur Zerstörung der deutschen Wirtschaft. Das Reich konnte sich nicht anders über Wasser halten, außer indem es Unmengen an Banknoten druckte.“

Das sagte er zumindestens am Anfang. Aber Zarlenga schreibt, dass Schacht 1967 in seinem Buch „The Magic of Money“ anders fortfährt: „um die Katze aus dem Sack zu lassen, auf Deutsch geschrieben, mit einigen wirklich erstaunlichen „Geständnissen“, die die bislang geläufigen Darstellungen widerlegen, die von der Finanzwelt über die deutsche Hyperinflation verbreitet wurden.“ {6}

Schacht deckte auf, dass die Reichsbank in Privatbesitz war und nicht der deutsche Regierung gehörte, die immer mehr Geld in die Wirtschaft pumpte. Wie die U.S. Federal Reserve wurde die Reichsbank von eigens dafür ausgewählten Staatsbeamten überwacht, arbeitete jedoch nur für privaten Gewinn.

Was die Kriegsinflation erst zur Hyperinflation werden ließ, war die Spekulation ausländischer Investoren, die Leerverkäufe (Short Sales) machten, d.h. auf den fallenden Wert der Mark wetteten. Bei dieser Manipulation, bekannt als „short sale“, leihen sich die Banker etwas, das sie nicht besitzen, verkaufen es und kaufen es zurück, wenn durch den Großverkauf der Preis gefallen ist. Die Differenz bildet ihren Gewinn.

Die Spekulation um die Mark wurde dadurch möglich, dass die Reichsbank Unmengen an Geld zum Verleih ausstellte. Es stand in den Büchern der Banken und wurde zu einem profitablen Zins verliehen. Als die Reichsbank der unersättlichen Nachfrage nicht länger entsprechen konnte, wurde es anderen privaten Geschäftsbanken erlaubt, Geld aus dem Nichts zu schaffen und genauso gegen Zinsen zu verleihen. {7}

Nach Schacht war es nicht nur NICHT die deutsche Reichsregierung, die die Weimarer Hyperinflation lostrat, sondern es war die Regierung, die sie wieder unter Kontrolle brachte. Die Reichsbank wurde unter strenge Regierungsaufsicht gestellt, und sofortige Korrekturen wurden angeordnet um Spekulationen aus dem Ausland zu unterbinden, indem der leichte Zugang zu Anleihen von Bank-Krediten (Geld aus Luft) verhindert wurde. Hitler brachte dann das Land wieder auf die Beine mit seinen Schatzanweisungen, die von der Regierung ausgegeben wurden nach dem Muster des „Greenback“.

Hjalmar Schacht stimmte diesem regierungseigenen Fiat-Geld nicht zu, was damit endete, dass er als Vositzender der Reichsbank entlassen wurde, als er sich weigerte, es auszugeben. Vielleicht rettete ihm das in Nürnberg den Kopf?

Aber in seinen späteren Memoiren gab er zu, dass dadurch, dass die Regierung das Geld selbst herausgab, das sie brauchte, es keine Preisinflation, wie von der klassischen [englischen] Wirtschaftstheorie vorausgesagt, gegeben hatte. Er vermutete, dass dies wegen der hohen Arbeitslosigkeit und der leerstehenden Fabriken der Fall war.

Dabei stimmte er mit John Maynard Keynes überein: Wenn die Ressourcen für eine höhere Produktivität vorhanden sind, erhöht neues Geld, das in die Wirtschaft gegeben wird, nicht die Preise, sondern die Menge der Waren- und Dienstleistungen. Angebot und Nachfrage steigen zusammen, während der Preis davon nicht betroffen wird.

Quellen
{1} Matt Koehl, „The Good Society?“, www.rense.com (January 13, 2005); Stephen Zarlenga, The Lost Science of Money (Valatie, New York: American Monetary Institute, 2002), pages 590-600.
{2} John Weitz, Hitler’s Banker (Great Britain: Warner Books, 1999).
{3} S. Zarlenga, op. cit.
{4} Henry Makow, „Hitler Did Not Want War,“ www.savethemales.com (March 21, 2004).
{5} Henry C. K. Liu, „Nazism and the German Economic Miracle,“ Asia Times (May 24, 2005).
{6} Stephen Zarlenga, „Germany’s 1923 Hyperinflation: A Private‘ Affair,“ Barnes Review (July-August 1999); David Kidd, „How Money Is Created in Australia,“ http://dkd.net/davekidd/politics/money.html (2001).
deutsch: www.wintersonnenwende.com Deutschlands Hyperinflation 1923: eine private‘ Angelegenheit – aus The Barnes Review, Juli-Aug. 1999, S. 61-67.
{7} S. Zarlenga, „Germany’s 1923 Hyperinflation,“ op. cit.

Alle Links zu Quellen sind hier abrufbar:
https://www.dz-g.ru/Ellen-Brown_Quergedacht_Wie-ein-bankrottes-Deutschland-seine-Infrastrukturprobleme-loeste

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